Eine Wanderung nach Neuwerk Hamburgs Außenposten im Wattenmeer.

In Deutschland, Fotos

Wattwanderung? Klingt nach Mau-Mau-Nachmittag im Seniorenstift oder Familienausflug mit pubertierenden Blagen? Joar, stimmt schon. Jedenfalls wenn ich mir die Gruppe anschaue, mit der wir unterwegs waren. Macht aber nichts, weil macht trotzdem Spaß! Und ein Tag Kurzurlaub geht auch klar, weil ich viel mehr in den Touristenmassen eh nicht aushalte…

Den Weg nach Neuwerk tritt man selten alleine an

Wie man auf die Insel kommt, oder: Der Weg ist das Ziel

Neuwerk ist ein kleiner Flecken aufgehäuften Sandes mitten im Hamburgischen Wattenmeer unweit von Cuxhaven. Die Insel kann, je nach Tide (das sind diese Gezeiten, von denen wir irgendwann in der Grundschule mal gelernt haben, dass der Mond seine Finger irgendwie im Spiel hat), halbtrockenen Fußes über das Watt oder per Fähre erreicht werden. Es bietet sich an, eine der beiden Strecken per Schiff zurückzulegen und den umgekehrten Weg mit einem Wattwagen, per Pferd oder ganz schnöde mit den eigenen Gehinstrumenten hinter sich zu bringen. Wer sich nicht zu fein ist, mit den eigenen Füßen im Schlamm und Matsch zu waten, den erwartet ein spannendes Naturerbe. Das Watt zeigt sich als eigener Kosmos mit einer unglaublich facettenreichen Flora und Fauna. Um die Details überhaupt zu erkennen und zumindest einen rudimentären Einblick in das Leben der Wattbewohner zu bekommen, solltest du dich einer geführten Wattwanderung anschließen.

Nach der Wattwanderung steht für’s Schuhwerk eine Grundreinigung an

Was man auf Neuwerk so machen kann

Zugegeben, Neuwerk selbst hat nicht viel zu bieten. Mit seinen gerade einmal 36 Einwohnern gehört die Insel zwar zum Bezirk Hamburg Mitte, hat damit aber ansonsten so viel gemein wie durchgeschwitzte Hobbit-Socken mit dem Duft provenzalischer Lavendelfelder im Hochsommer. Macht aber nichts, weil eh kaum mehr als vier Stunden Aufenthalt auf der Insel vorgesehen sind. Aber immerhin gibt es einen Leuchtturm aus dem 17. Jahrhundert. Den kann man besteigen, um einen wunderbaren Rundblick auf die Insel, das platte Watt und die Nordsee zu genießen. Oder um die individuelle Gestaltung der Fluchtweg-Beschilderung zu bewundern. Wer hingegen nach der Wanderung keine Lust mehr auf andere Menschen hat, kann getrost ins kleine Inselmuseum spazieren, viele Artgenossen sollten hier nicht anzutreffen sein. Ansonsten bieten die vier Stunden aber auch genügend Zeit, die Insel viermal zu umrunden. Wem das noch nicht Langeweile Entspannung genug ist, der kann gleich noch ein paar Tage dranhängen (Pension, Heuhotel oder Campingplatz stehen zur Wahl).

Sattes Grün und weite Landschaft

Gut vorbereitet sein

Ich war übrigens natürlich wieder der Trottel der Gruppe, der ohne ein Ersatzpaar Schuhe unterwegs war. Dank des wirklich herausragenden Wetters waren meine Chucks zwar abends wieder trocken. Ich empfehle dir aber dennoch auf jeden Fall ein Paar Ersatzschuhe mitzunehmen. Zum Wattwandern eignen sich übrigens wirklich einfache Turnschuhe am besten. Von Wanderschuhen wird ausdrücklich abgeraten.

Bei einem Tagesausflug darf ein dickes Lunchpaket natürlich nicht fehlen. Die kulinarische Auswahl auf Neuwerk wäre mit übersichtlich noch äußerst euphemistisch beschrieben. Wattwanderung und Fähre wollen übrigens im Vorfeld reserviert werden. Da du auch ungeführt auf die Insel kommst, ohne (Rück-)Fährticket aber festgesetzt bist, solltest du auf jeden Fall einen Platz auf der Fähre reservieren.

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Freie Sicht vom Leuchtturm aus

Günstig unterwegs mit dem Niedersachsenticket

Wer aus Niedersachsen, Bremen oder Hamburg kommt, reist günstig mit dem Niedersachsenticket nach Cuxhaven (externer Link). Das kostet 23 Euro für den ersten Reisenden und nur vier Euro Aufschlag für jeden weiteren Mitreisenden. Günstiger kann die Anreise kaum laufen. Die geführte Wattwanderung kostet 12 Euro (externer Link). Die Fähre schlägt mit 19 Euro zu Buche (externer Link). Zu viert kommst du also auf knapp 40 Euro pro Person.

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