Stopover in Madrid Spaniens unterschätzte Hauptstadt.

In Spanien

Spaniens Hauptstadt gehört für die meisten Traveller nicht unbedingt zu den Top-Destinationen. Auch Backpacker zieht es eher an die Costa Brava oder Costa del Sol als tief ins Landesinnere. Ich hatte die Stadt zugegebenermaßen bisher nicht wirklich auf dem Schirm. Zu Unrecht, wie ich beim Stopover in Madrid lernen durfte. Zweimal hatte ich etwas über sechs Stunden Zeit, die City zu erkunden. Meine Tipps für einen Ultra-Kurz-Aufenthalt.

Vom Flughafen in die City

Die Überraschung beginnt schon bei der Ankunft am Flughafen: Wow! Was für eine geniale Architektur. Durch den gesamten neuen Terminal 4 zieht sich eine geschwungenen Dachkonstruktion. Ein Symbiose aus Stahl, Beton und Holz. Ruck zuck geht’s vom Flughafen mit der Metro (C1 oder M8) in die Innenstadt (Fahrtzeit zur zentral gelegenen Station Nuevos Ministerios rund 20 Minuten). Kleiner Tipp: Am Flughafen kannst du dir bei der Touristeninformation in der Nähe der Gepäckbänder einen kostenlosen Metroplan mit den wichtigsten touristischen Highlights besorgen.

Das Zentrum zum Start

Madrids Zentrum ist eine Ansammlung echter Prachtbauten. Was bietet sich da mehr an als ein Stadtbummel? Mein Vorschlag für einen gemütlichen rund dreistündigen Spaziergang:

  • Plaza de España: Der Plaza de España liegt liegt zwischen dem modernen Madrid im Norden und der Altstadt im Süden und bildet einen perfekten Ausgangspunkt für eine Sightseeing-Tour durch Madrids historischen Kern.
  • Tempel von Debod: Der über 2000 Jahre alte Tempel von Debod wurde Spanien 1968 von der ägyptischen Regierung geschenkt und in den 70er Jahren in einer der schönsten Parkanlagen Madrids wiederaufgebaut. Die Tempelanlage wird von einem Wasserbassin eingefasst und fügt sich so wunderbar in den Park.
  • Jardines de Sabatini: Die Sabatini-Gärten gehören zur Palastanlage des Königspalasts in Madrid und wurden ebenfalls in den 70er Jahren eröffnet. Die klassizistische Parkanlage folgt strengen geometrischen Vorgaben und bildet im Zentrum der Stadt eine Oase der Ruhe.
  • Palacio Real de Madrid: Oberhalb der Sabatini-Gärten thront der opulente Königspalast. Das vierflüglige Baudenkmal mit neoklassizistischer Fassade wird vom spanischen Monarchen nur nur für repräsentative Zwecke genutzt und steht daher Besuchern in weiten Teil offen. Wer es zeitlich einrichten kann, kann also in Ruhe durch den Palast schlendern.
  • Teatro Real: Vom Plaza de Oriente aus kannst du um das Teatro Real zum Opern herum zum Opernplatz laufen. Aus dieser Perspektive entfaltet das königliche Opernhaus seine ganzen Schönheit.
  • Puerta del Sol: Vom Opernplatz aus geht es über die Valle del Arenal weiter zum Plaza Puerta del Sol. Auf der Puerta del Sol befindet sich der Null-Kilometerstein der sechs wichtigsten Nationalstraßen Spaniens, die sich hier sternförmig über das gesamte spanische Festland erstrecken. Hier wurde 1931 die spanische Republik ausgerufen.
  • Plaza Mayor: Über die Calle Mayor kommst du zum Plaza Mayor. Der Platz wird gänzlich von viergeschossigen Wohngebäuden eingefasst. Ein Platz der alleine schon wegen seiner wechselhaften Geschichte interessant ist: Hier fanden Stierkämpfe, Prozessionen, Festlichkeiten, Theateraufführungen, Verhandlungen der Inquisition und Hinrichtungen statt.
  • Edifico Metropolis: Anschließend geht es über den Plaza Puerta del Sol zur Calle Gran Vía mit den wundervollen beiden Edifico Metropolis und Edificio Grassy. Beide Prestigebauten sind in der Zeit um den ersten Weltkrieg entstanden und bilden die iberischen Ikonen des Historismus nach französischer Prägung.
  • Palacio de Comunicaciones: Den Abschluss des kleinen Stadtbummels bildet das Rathaus der Stadt Madrid. Das ehemalige Gebäude der Postverwaltung bildet mit seinem Zuckerbäckerstil einen krassen Gegensatz zur Eleganz der beiden Hochhäuser an der Gran Vía. Sollte man sich aber trotzdem nicht entgehen lassen.

Tapas zum Mittag

Tapas müssen sein. In Madrid gibt es vermutlich die besten Tapas der ganzen Welt. In Spanien liegt die Siesta zwischen 14:00 und 16:00 Uhr. Dann füllen sich die Mercados und man kann die hektisch-charmante Atmosphäre in den Markthallen richtig genießen. Meine Auswahl für die Mittagspause:

  • Mercado de San Miguel: Der Klassiker ist der zentral gelegen und lockt vor allem Touristen an. Aber das sollte dich nicht abschrecken. Der kleine Markt bietet Tapas in bester Qualität zu angemessenen Preisen. Und er ist der einzige Markt in Originalzustand (erbaut 1916). Durchgehend geöffnet.
  • Mercado la Cebada: Wer es etwas ursprünglicher mag, der ist hier gut aufgehoben. Die Auswahl frischer Obst-, Gemüse, Fisch- und Fleischprodukte lässt keine Wünsche offen. Aber Vorsicht: Zwischen 14:00 und 17:00 Uhr ist der Markt geschlossen. Nach 17:00 Uhr öffnen einige Stände auch nicht wieder, sodass du besser vor 14:00 Uhr vorbeischaust.
  • Mercado San Anton: Modern mit luxuriösem Angebot, immer voll und laut. So lässt sich der Mercado San Anton wohl am besten beschreiben. Die exquisit-mondäne und auch etwas teurere Alternative zu den bereits genannten Märkten. Durchgehend geöffnet.

Shopping & Kunst

Wenn’s ums Shopping geht, bleiben in Madrid keine Wünsche offen. Erwarte aber keine günstigeren Preise als in Mitteleuropa. Die Zeiten sind vorbei. Dafür bietet dir Madrid aber eine schier endlose Auswahl von Boutiquen, Flagship-Stores und riesigen Kaufhäusern. Die wichtigsten Adressen findest du hier:

  • Barrio Salamanca: Der trendige Stadtteil Salamanca ist der spanische Einkaufshimmel: An der Calle de Serrano und der Calle de José Ortega y Gasset reihen sich die Designer-Boutiquen wie Perlen auf einer Schnur aneinander. Dazu gesellen sich Cafés und Kunst-Galerien. Für das Barrio darfst du also ruhig viel Zeit einplanen und dich einfach treiben lassen.
  • Calle de Fuencarral: Etwas alternativer und hipper, aber weniger luxuriös sieht es rund um die Calle de Fuencarral aus. Hier blüht das liberal-flippige Madrid auf. Über den dir aus den Galerien und Restaurant entgegenkommenden Haschisch-Geruch brauchst du dich also nicht wundern.
  • Gran Via und Puerta del Sol: Weniger hip geht es zwischen Gran Via und Puerta del Sol zu. Hier haben sich die großen Marken versammelt.

Klassische Kultur

Wer keinen Bock auf Shopping und kleine Galerien hat, der kann sich den Rest des Tages auch in den zahllosen Museen Madrids runtreiben. Angesichts der Tatsache, dass die Angebote der exklusiven Boutiquen für die meisten von uns eh unerschwinglich sind und die Auswahl der Shopping-Ketten mit der in Deutschland fast identisch ist, keine schlechte Alternative. Aber auch ganz unabhängig davon: Madrids Museen sollen zu den besten der Welt gehören. Allerdings muss ich zugeben, dass ich es bei meinen Stopps in kein Museum geschafft habe. Darum hier die wichtigsten Spots ohne persönliche Anmerkungen:

  • Museo National del Prado: Klassische Werke bis ins 19. Jahrhundert.
  • Museo Reina Sofía: Viele Klassiker der modernen Kunst.
  • Museo Thyssen-Bornemisza: Ebenfalls der Moderne verschrieben.

Abendessen & Drinks

Wer abends noch in Madrid ist, wird nach Shopping- oder Kulturprogramm langsam wieder hungrig werden. Perfekt! Dann kann man die ausgelassene spanische Abendstimmung der Stadt noch mitnehmen und weitere spanische Spezialitäten ausprobieren. Meine Tipps:

  • Mercado de San Miguel oder Mercado San Anton:  Die beiden Märkte sind nicht nur (nach)mittags einen Besuch wert. Gerade im San Anton feiern die Einwohner ihre Stadt und sich selbst besonders gerne abends.
  • Restaurante Clarita: Entspannte Atmosphäre in super Lage mit charmantem Service und üppiger Weinkarte.
  • Tartán Roof: Empfehlenswerte Location für einen perfekten Blick über die Altstadt mit dem Edifico Metropolis und dem Edificio Grassy im Vordergrund. Jedenfalls für einen kleinen Drink solltest du in der Rooftopbar einkehren.

Stopover in Madrid

Zum Abschluss noch einmal alle Tipps für deinen Stopover in Madrid im Überblick bei Google Maps.

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