Rucksack packen für Patagonien Meine ultimative Packliste.

In Chile, Mehr, Packlisten

Wenn ich von meinem kombinierten Brasilien-Chile-Trip erzähle, kommt oft die Frage auf, wie ich es überhaupt hinbekommen habe, für so viele verschiedene Klimazonen zu packen, ohne unter der Last meines Rucksacks zusammenzubrechen. Wie immer beim Backpacking gilt die Devise: Weniger ist mehr! Die Herausforderung bei diesem Trip lag tatsächlich darin, dass von 35 Grad Strandurlaub über Wanderungen im Regen bis zu nächtlichem Frost alles dabei sein konnte. Eine gewisse Übersicht war bei der Vorbereitung zwingend. Für mich lag der Schlüssel zum Pack-Erfolg darin, das Gepäck für die Trekking-Tour durch den Torres del Paine in Patagonien so weit wie möglich zu reduzieren. Natürlich habe ich aber auch die Klamotten für Brasilien ganz schmal gehalten. Allerdings fallen kurze Hosen und T-Shirts weder gewichts- noch platzmäßig wirklich ins Gewicht.

Was das Wandern im Torres del Paine anbelangt: Wenn du vor und nach deiner Wandertour im gleichen Hostel übernachtest, kannst du dort einige Sachen zurücklassen. Da ich die Wanderung ohne Tagesrucksack angetreten bin, konnte ich meine Sachen darin lagern, alternativ geht aber auch die Schutzhülle deines Rucksacks. Natürlich kannst du auch im Hostel ganz lieb nach einem Wäschekorb oder so fragen. Damit du dich orientieren kannst, was du auf der Wanderung wirklich brauchst und was du zuhause oder im Hostel lassen kannst, hier meine ultimative Packliste für deine Hiking-Tour durch Patagonien.

Backpack mit Zubehör

Das wichtigste für eine bequeme Wanderung ist natürlich ein bequemer Wanderrucksack. Die meisten Backpacker-Rucksäcke sind auch perfekt für’s Trekking geeignet. Natürlich kannst du deinen Rucksack online bestellen. Ich empfehle dir aber, dich im örtlichen Fachhandel beraten zu lassen und eine Reihe von Rucksäcken auszuprobieren. Übertriebene Sparsamkeit ist an dieser Stelle übrigens nicht angebracht, schließlich wirst du deinen Rucksack häufig bis zu zwölf Stunden am Stück auf dem Rücken haben.

  • Großer Wanderrucksack. Beispielsweise Deuter Aircontact oder Lowe Alpine Diran.
  • Regenschutz. Für den Trekkingrucksack. Bei einigen Rucksäcken ist ein passender Regenschutz dabei. Wegen des regnerischen Wetters solltest du unbedingt an den Regenschutz denken. Beispielsweise den Deuter Regenschutz (verschiedene Größen).
  • Dry-Bag. Auch ganz wichtig um dein technisches Equipment trocken zu halten. Gibt’s in verschiedenen Größen von Tatonka.
  • Zip-Locs oder Mesh Bags. Noch mehr Regenschutz aber vor allem super, um deinen Kram im Rucksack schnell und übersichtlich zu sortieren. Zip-Locs gibt’s in jeder Drogerie und im Supermarkt. Ich nehme aber lieber die etwas festeren Mesh Bags von Rexel.

Klamotten und Co.

Bei der Auswahl der Kleidung geht’s an’s Eingemachte. In Patagonien musst du auf jede Wetterlage vorbereitet sein, daher ist diese Liste etwas länger. Beachte auch, dass diese Liste eher für den Sommer gedacht ist. Im Winter müsstest du ein paar mehr warme Sachen einpacken.

  • Wanderschuhe. Natürlich gibt es auch viele Wanderer, die ohne richtige Trekkingschuhe unterwegs sind und damit gut zurecht kommen. Ich würde das Risiko aber nicht eingehen und habe lieber feste und trittsichere Wanderschuhe dabei. Auch hier meine Empfehlung in den Outdoor-Fachhandel vor Ort zu gehen und einige Schuhe wie den Meindl Vakuum GTX oder den Scarpa Revolution Pro auszuprobieren.
  • Active-Shell Jacke. Schutz vor Wind und Regen muss sein. Aber weil du gleichzeitig auch körperlich aktiv bist, sollte deine Jacke auch atmungsaktiv sein. Ich habe eine solche Jacke von Mountain Hardwear und bin damit sehr zufrieden.
  • Regenhose. Weiterer Regenschutz, jetzt aber für unten rum. Gut und günstig sind die Modelle von Vaude.
  • Wanderhose. Eine Wanderhose reicht für fünf Tage, wenn du in den Refugios übernachtest, weil du sie dann auf jeden Fall nachts trocknen kannst. Wenn du campst, solltest du eine weitere mitnehmen. Ich hab die Fjällräven Barents Pro aus dem G1000-Stoff, die du selbst wachsen kannst, um die regenabweisende Wirkung wiederherzustellen. Sehr zu empfehlen.
  • Pullover. Entweder nimmst du einen Fleece-Pulli oder kaufst dir in Chile einen Alpaka-Pulli für unter 10 Euro. Auch hier reicht wieder ein Pulli, wenn du in den Refugios bleibst. Beim Camping muss es schon einer mehr sein.
  • Mütze. Warme Modelle kriegst du in Chile auf jedem Markt für unter einem Euro.
  • Buff. Ein schöner wärmender Buff gehört zu jeder Trekking-Tour dazu. Gibt’s auch bei Amazon. Alternativ nimmst du einen Schal mit.
  • Handschuhe. Schon klar, wofür, oder?
  • Funktionsshorts. Drei Stück müssen es schon sein, wobei eins gerne auch langärmlig sein sollte.
  • Jogginghose. Für die Zeit im Refugio deutlich angenehmer als die Trekkinghose.
  • Longsleeve. Für das Refugio und die Nacht. Es tut auch ein normales T-Shirt.
  • Flip-Flops. Ebenfalls für Refugio und zum Duschen.
  • Wandersocken. Zwei Paar reichen.
  • Socken. Normale Socken brauchst’e auch, ein paar reicht.
  • Unterwäsche. Selbsterklärend 😉

Einige Klamotten (wie warme Socken oder einen dicken Pulli) habe ich vor Ort in Patagonien (Puerto Montt und Puerto Natales) gekauft. Dann musste ich sie nur noch mit zurückschleppen und hab auch gleich einige schöne Erinnerungsstücke an meinen Urlaub.

Kameraausstattung & Gedöns

  • Reisehandtuch. Ein schnelltrocknendes und Microfaserhandtuch muss unbedingt mit. Superpraktisch und unglaublich leicht. Beispielsweise von Salewa.
  • Sonnencreme. Oh ja! Selbst bei starker Bewölkung hat die Sonne unfassbar viel Kraft. Sonnencreme muss mindestens einmal täglich aufgetragen werden.
  • Handwaschmittel. Für den Fall der Fälle habe ich immer etwas Rei in der Tube dabei.
  • Taschenmesser. Der Klassiker von Victorinox.
  • Stirnlampe. Beispielsweise von Black Diamond. Kann gedimmt werden und ist viel praktischer als eine Taschenlampe.
  • Vorhängeschloss. Auf Reisen eh ein Muss. Am besten in einer auffälligen Farbe, wie dieses von Abus.
  • Kulturbeutel. Mit allem was dazugehört, also Duschgel, Shampoo, Zahnbürste und Zahnpasta. Am besten alles in Reisegröße.
  • Sonnenbrille.
  • Reiseapotheke.
  • Kamera.
  • Handy.
  • Speicherkarte.
  • Ersatzakku.
  • Ladegeräte und Ladekabel.

Daypack – Ja oder nein?

Vor deiner Wanderung durch Patagonien solltest du dir eine zentrale Frage stellen: Brauche ich wirklich einen Daypack für die Tageswanderungen? Seien wir mal ehrlich: Was schleppst du da mit dir mit? Deine Kamera? Was zu trinken? Ein bisschen übriges Proviant? Aber das war’s dann doch, oder? Ich persönlich habe es im Torres del Paine Nationalpark ganz schlicht gehalten: Das Proviant habe ich in die Taschen meiner Wanderhose gepackt. Wass mitzuschleppen habe ich mir auch gespart, weil es eh überall frisches Gletscherwasser gibt – eine kleine Tasse reicht also. Und die Kamera sollte ja eh nicht im Rucksack sondern in der Hand sein. Du siehst: Es geht auch ganz einfach komplett ohne Tagesrucksack. Auf deinen Tagestouren wirst du damit zu Speed Gonzales. 😀

Dennoch will ich dir ein paar Hinweise für Tagesrucksäcke geben, die nach meiner Erfahrung besonders gut geeignet sind. Meine erste Wahl ist der Fjallraven No. 21 Large. Er ist unverschämt teuer, aber auch einmalig praktisch. Viele mögen so einfach-strukturierten Rucksäcke nicht, weil sie über wenig Fächer verfügen und damit nicht unbedingt Ordnungswunder sind. Ich sehe das etwas anders: Gerade wenn die Ansprüche ganz unterschiedlich sind, spielen Rucksäcke ohne viel Gedöns ihre Stärke aus. Sie eignen sich als Uni-Rucksack, Kameratasche, Strandbegleiter oder eben bei Tageswanderungen. Außerdem lassen viele es zu, dass man sie (zumindest ein bisschen) zusammenfaltet und bei Bedarf im großen Rucksack mitverstauen kann. Alles Eigenschaften, die für einen Zweck optimierte Rucksäcke nicht erfüllen können. Außerdem ist der Fjallraven-Rucksack aus dem G1000-Stoff und kann entsprechend gewachst werden. Damit wird er dann wasserabweisend. Der Exped Cloudburst 25 im schlichten Seesack-Design ist die deutlich günstigere und sogar leichtere Alternative. Er ist ebenfalls wasserfest und vielfach einsetzbar. Allerdings trägt er sich auch ein bisschen weniger komfortabel. Insbesondere, wenn etwas kantigere Gegenstände (wie etwa ein Spiegelreflexkamera) transportiert werden, kann das nervig werden.

Mehr als 30 Liter sollten es für den Tagesrucksack übrigens nicht sein, sonst kann man ja gleich beim normalen Backpack bleiben. 😉

2 Kommentar

  1. Coole Idee, einfach mal ganz auf den Tagesrucksack zu verzichten. Wirklich viel nimmt man ja eh nicht mit 😀

    • Danke, Jan. Hab das auch nicht erwartet, aber es funktioniert wirklich gut und erleichtert das Wandern gewaltig!

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